Ein Armine auf Island

Mein Praxissemester in Nordeuropa

 
18Juni
2013

Hvitarvatn und Nationalfeiertag

Hallo zusammen,

 Nun melde ich mich auch mal wieder zu Wort, habe lange nichts von mir gegeben.... Der Sommer ist....nicht....eingekehrt (bisher jedenfalls) und seit 4-5 Wochen ist es immer dasselbe draußen in Reykjavik.

Naja, trotz allem, nein Leute, es wird nachts einfach nicht mehr dunkel. Gefühlt ist der dunkelste Punkt so kurz nach Mitternacht erreicht und wenn ich dann mal so gegen 1 Uhr im Bett verschwinde und draußen die isländischen Vögel ausrasten, kommt man sich schon komisch vor. Zum Glück ist bald der 21.06., da werden die Tage dann wieder „kürzer“ (hahaha...)

Ich entfloh als die letzten Tage dem schlechten Wetter der Großstadt, um an den Hvitarvatn-Gletschersee im Hochland zu fahren. Dort werden von Juni bis September Bootstouren gemacht, sehr schön! Man fährt etwa 30 Minuten über den See, steigt auf dei südliche Gletscherzunge des Langjökull (zweitgrößter Gletscher Islands), wandert auf dem Gletscher, fährt mit dem Boot wieder zurück.

Am See ist nichts, außer eine spartanische Hütte (natürlich ohne fließend Wasser und Strom) und der Kollege, der dort am See arbeitet, wohnt tatsächlich drei Monate im Sommer dort, allerdings nicht in der Hütte, sondern in seinem Anhänger (siehe Foto/s). Wie übersteht ein Isländer drei Monate, mehr oder weniger alleine, im Hochland? Richtig, mit ausreichend Bier und selbstgebranntem Wodka... Später mehr...

Unsere Aufgabe der ersten Tage war es also, den Dreck aus dem letzten Jahr wegzumachen, einen großen Container mit allerhand Unrat, Müll, Schwimmwesten, Windjacken, Mützen, Badeutensilien und Benzinresten auf Vordermann zu bringen. Unfassbar, was manche Menschen alles so lange liegen lassen, bis die deutschen Praktikanen es dann wegräumen. Aber gut, das Wetter war stark und so gab es genug zu tun. Frisches Trinkwasser gab es übrigens aus dem naheliegendem Gletscherfluss, damit wurde auch gewaschen und Zähne gebürstet und ich sage euch, das Wasser ist mal ne heftige Spur geiler als das beste Trinkwasser in Deutschland!

Abendessen gab es dann gerne mal ein Lamm-BBQ oder aber auch Knäckebrot mit isländischer Butter, je nach Belieben. Am Donnerstagabend dann ging es weiter ins Hochland nach Hveravellir, dort wurde dann eher mal so eine Poolparty gestartet und ich gönnte mir dann auch das ein oder andere Bier. Alles in allem ein hervorragender Abend!

Freitag wurde dann das ein oder andere Boot zu Wasser gelassen, das Wetter war einfach hervorragend, kein bisschen Wind, strahlende Sonne und die Sonnencreme war auf dem See der beste Freund. Immer wieder eine klasse Erfahrung ist dann auch, auf die Steigeisen umzusteigen und den Gletscher zu erklimmen, von dem man eine wirklich grandiose Aussicht hat! Also Leute, packt eure sieben Sachen, ab in den Flieger nach Island und zack über den See auf den Gletscher. Man muss es einfach erlebt haben und selbst die guten Fotos drücken kaum aus, was man in solchen Momenten fühlt: Freiheit!

Am Samstag dann kamen die ersten Touristen der Saison und wir fuhren abends wieder nach Reykjavik (in den dichten Nebel) zurück. Es waren echt unvergessliche Tage, allerdings wurde das Verlangen nach einer erfrischenden Dusche dann doch etwas größer.

Gestern dann war isländischer Nationalfeiertag. Am 17.Juni 1944 wurden sie also unabhängig von der dänischen Krone und so hingen aus allen Häusern der Innenstadt (und auch aus manchen Autos) die Flaggen hinaus und trotz Nieselregens waren die Straßen voller Menschen. Viele Touristen, viele isländische Familien, viel Lärm aber eigentlich nicht sooooo besonders. Das erste mal habe ich sowas wie einen Döner gesehen und kam in Versuchung, aber ein Preis von 1250 ISK (etwa 8€) ließen mich dann doch abschrecken.

So also sind die letzten Tage hier verlaufen, nun arbeite ich noch die Woche durch. Am Wochenende kommt dann Lisa zum zweiten Mal vorbei und wir wollen wieder viel unternehmen. Hoffentlich hat das Wetter ein wenig Erbarmen mit uns...

Ich sende Grüße in die große weite Welt und hänge viele Fotos an J

Euer Simon

...ach ja, Freitag kommt der neue Spieplan, dann geht die wilde Planerei für Bundesliga 2 los...

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15Mai
2013

Zweimal on Tour und Zweite Bundesliga

Hallo miteinander,

der Mai schreitet fort, der Frühling kehrt auch in Island ein und ich habe wieder einiges zu berichten. Zunächst aber mal auch an dieser Stelle: Wir sind wieder da! Arminia hat es gepackt, es war eine großartige Saison mit sehr vielen Punkten, Stefan Krämer und sein Team haben unglaubliche Arbeit geleistet und ich bin stolz, ein Armine zu sein. Unvergessen sind diverse Touren in dieser Saison, v.a. das Auswärtsspiel am Böllenfalltor, vielen Dank an dieser Stelle an Tobi, Steffen, die Darmstädter Zivilpolizei und den Hobbit mit seinen großartigen Pizzen und Drinks, die einem schon mal die Laterne anzünden UND natürlich die erste Runde im DFB-Pokal gegen den SC Paddelborn bei gefühlten 50°C auf der Südtribüne, Unmengen an Bier und Schweiß und einem verdienten 3:1 Sieg! Ich freue mich jetzt schon auf die neue Saison in der 2.Liga.

Nun gut und Schluss mit der fußballtechnische Gefühlsduselei. Es gibt einiges zu berichten, ich bin mittlerweile auf zwei weiteren Touren gewesen. Die erste ist etwa zwei Tage her und war einfach unglaublich! Es ging nach Hveravellir im isländischen Hochland mit zwei netten Isländern, einer Mitpraktikantin und einem Bordercollie namens Nero. Hveravellir ist nur über eine Hochlandstraße zu erreichen, die eigentlich noch geschlossen ist. Zum Glück gibt es Super Jeeps und wir holperten etwa 2-3 Stunden für 90 km über Stock und Stein, kein Haus, kein Mensch, kein gar nichts, einfach nur Hochland, Berge, ein Gletschersee (Hvitarvatn), Felsen und sehr viel Sonne und Schnee. Hveravellir sind zwei Hütten, in dem es kein fließendes Wasser gibt, man muss aus einer heißen Quelle Wasser holen, um mal auf die Toilette zu gehen oder abzuwaschen. Die Hütte war einfach eingerichtet, mit vielen Schlafplätzen und einigen Versorgungseinrichtungen, im Sommer kommen hier täglich unzählige Touristen hin, im Winter allerdings einfach niemand, außer uns natürlich. Im Prinzip sind wir nur dort gewesen, um ein bisschen den Dreck des Winters zu entfernen, unsere beiden isländischen Freunde kümmerten sich um weitere Instandhaltungsarbeiten und nach schwerem Schaffen (hüstel) gab es endlich Bier und ein Bad im heißen Pool, direkt hinter dem Haus – unglaublich! Danach wurde dann ein BBQ mit isländischem Lamm zelebriert und….joa weiter getrunken J, der Abend wurde lang und länger und die Geschichten der beiden Jungs interessanter und lustiger. Nach ausreichendem Alkoholkonsum kann man dann gegen 2 Uhr auch noch mal ein Bad nehmen, mittlerweile sank das Quecksilber auf etwa -15°C , aber im Pool waren es angenehme 40°C und eigentlich hätte man einschlafen können. Übrigens geht es stark auf die langen Mittsommernächte zu und eigentlich wird es mittlerweile nachts auch gar nicht mehr richtig dunkel, irgendwie cool wenn man nachts betrunken in einem Pool mitten im nirgendwo liegt und es am Horizont immer noch hell ist.

Am nächsten Vormittag fuhren wir wieder zurück nach Reykjavik, leider war es nebelig aber dafür nur noch -5°C, die Stimmung war aber kaum getrübt. Das war wohl eine der schönsten Erfahrungen bisher!

Die zweite Tour führte uns vom Himmelfahrts-Donnerstag bis zum vergangenen Sonntag nach Nordisland. Zu fünft (meine drei Mitbewohnerinnen und eine weitere deutsche Studentin) fuhren wir in Richtung Norden, auf der Spur von Walen, Wasserfällen, dem Myvatn-See, Höhlen, Lavafeldern und weiteren Highlights! Auf dem Hinweg wurde die Gegend immer verschneiter, je weiter man nach Norden kam. Man sieht, dass es hier doch deutliche Unterschiede zwischen der Gegend um Reykjavik und dem Norden gibt, jedoch brachten wir am Donnerstag das gute Wetter mit nach Norden, sodass dort Tauwetter einsetzte. Wir fuhren bis Akureyri (mit 17.700 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Islands) und checkten dort im Hostel ein, das ein oder andere Bier noch getrunken und einen anstrengenden deutschen Mann, der in Island lebt versucht abzuwimmeln, dann ging es auch schon schlafen, denn am nächsten Morgen ging es weiter nach Husavik, um auf eine Whale Watching Tour zu gehen. Das war einfach ein unvergleichliches Erlebnis! Auf einem Schoner fuhren wir in die Bucht von Husavik, sahen Papageitaucher und dann auch drei verschiedene Arten von Walen (Buckelwal, Zwergwal und Schweinswal), unglaublich so etwas live zu sehen! Noch dazu war das Wetter gut, geschätzte 8 oder 9°C, Sonne und so gut wie gar keinen Wind – ich bin richtig braun geworden! Nach vier Stunden hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen, es ging weiter in Richtung der Schlucht Àsbyrgi, wir wollten auch den Dettifoss-Wasserfall sehen, leider war die Straße noch gesperrt (es lag überall noch unglaublich viel Schnee!). Die nächsten zwei Nächte blieben wir in der Nähe von Husavik im Norden in einem kleinen, abgelegenen Hostel (inklusive PC mit Windows 98), aber es war sehr schön, abends in einer Art Erker zu sitzen und seinen Blick über das Land schweifen zu lassen. Am Samstag dann spielte das Wetter leider nicht so mit, trotzdem fuhren wir ein Stück in Richtung Süden, zum Mývatn, einem schönen See (der leider noch z.T. gefroren war), bestaunten die heißen Quellen in Námaskard (Schwefel, lecker….), fanden wunderschöne Höhlen mit heißem Wasser (man wollte quasi reinspringen und sich entspannen, aber Wassertemperatur zwischen 44°-50° C, einfach zu heiß), Lavafelder und statten dem Godafoss-Wasserfall (Wasserfall der Götter einen Besuch ab). Zwischendurch dann die freudigen Nachrichten aus Bielefeld und mein Tag war gerettet. Allerdings hatte der Alkoholladen in Husavik geschlossen und ich musste den Aufstieg mit Light Beer (2,25%) feiern – poor me! Trotzdem ein toller Tag! Sonntag fuhren wir dann wieder Richtung Süden, uns wurde bewusst, dass wir quasi den Frühling mitgebracht hatten, den auf dem Weg konnten wir den vielen Schneemassen beim Tauen zusehen, Regenschauer wechselten sich mit Sonne ab und wir kamen abends (bei 12 °C) wieder in Reykjavik an – innerhalb von vier Tagen ist hier quasi die Landschaft explodiert, die Bäume werden (endlich) grün und das Gras auch, Blumen sprießen und 12°C kann man schon mal im T-Shirt genießen.

Ja, nach solchen schönen Tagen fällt es einem ja dann doch schwer, wieder ins Büro zu gehen, zum Glück gibt es 1live-Webradio (so habe ich ein Stück Deutschland bei mir auf der Arbeit) und nette Arbeitskollegen/Innen und die Woche fliegt schnell vorbei. Der letzte Schnee taut auch von den Bergen vor Reykjavik langsam aber sicher weg und am nächsten Wochenende geht es wieder ein bisschen mehr ins Nachtleben von Reykjavik.

Die besten Grüße an euch alle, ich hoffe, auf meinen Fotos kommt auch wieder rüber, wie schön dieses Land einfach ist. Am kommenden Montag habe ich dann schon Halbzeit und zähle die Tage meiner Rückkunft nach Deutschland runter.

Bis denn,

Euer Simon Mietwagen und Weite Akureyri bei Mistwetter Godafoss Dimmuborgir nette Höhlen :) mit klarem Wasser Námaskard Námaskard schwer zu erkennen... aber es ist ein Wal manche interessiert´s nicht eine Seefahrt... Puffins Papageitaucher Husavik Husavik nice, oder?! Hveravellir Hveravellir heiß und kalt Hveravellir

29April
2013

Nachtleben, Blaue Lagune und drei Spiele bis zum Aufstieg....

Hallo zusammen,

heute melde ich mich mal wieder zu Wort, nachdem meine liebe Freundin mich letzte Woche besucht hat, werde ich heute mal wieder ein paar geistige Ergüsse von mir geben. Vorab: DSC Arminia, shalalalalalalaaaaaaaa, das 2:1 am Samstag gegen Halle war so wichtig, nachdem am vorigen Wochenende der Schiedsrichter beim Spiel in Heidenheim die erste Niederlage in 2013 besiegelt hat. Fußballmafia DFB.... Egal, auf geht´s Arminia, immer weiter in Richtung 2.Liga!! Und wo ich schon beim Fußball bin, auch den Verlauf der Champions-League verfolgt Island mit Begeisterung, nachdem Barca ja 4:0 weggefegt wurde, verfolgte ich das wahsinnige 4:1 vom BVB gegen Real in meiner Lieblings-Bar in der Reykjaviker Innenstadt und bei der Lewandowski-Show jubelten ca. 98% der anderen Biertrinker ebenfalls für die Dortmunder - ein deutsches Finale in Wembley wäre einfach nur großartig!!

Nun zu meinen Erlebnissen der letzten Zeit. Das Nachtleben in Reykjavik wurde getestet und für ausgezeichnet befunden, "vorglühen" gibt es natürlich (und gezwungenermaßen, da teuer....) auch hier, alle Bars/Clubs sind fußläufig zu erreichen und eine cooler als die andere. Nach dem einen Bier hier und da waren wir auf einem Konzert, wo verschiedene isländische Bands auftraten, die alle unterschiedliche musikalische Richtungen bevorzugten, egal ob es eher mal rockig, rappend oder relaxt herüberkam. Die Isländer wissen sehr gut zu feiern, das Bier läuft in Strömen, man wird immer freundlich angequatscht und da es kein Mäcces o.ä. hier gibt, isst man einfach einen köstlichen Hotdog, falls einen der Hunger im Nacken sitzt!

Dann gibt es auch in Reykjavik immer wieder neue Ecken, so entdeckten wir Seltjarnarnes mit einer schönen Küste und einem Leuchtturm, an dem Tag war es allerdings so windig, dass einem schon weniger hundert Meter wie Kilometer vorkommen, aber egal....

Falls ihr mal nach Island kommen solltet (tut es einfach!!), ich kann euch die Blaue Lagune empfehlen, ein mal sollte man das einfach gemacht haben! Auch wenn der Eintrittspreis schlappe 33 € (Hauptsaison 40 €) beträgt, so ist es schon ziemlich beeindruckend, in das milchig-blauweiße Wasser zu steigen und zu relaxen, dabei vielleicht noch das ein oder andere Gull zu trinken und posende Ami-Touristen zu beobachten. Leider gibt es auch immer wieder vertraute deutsche Klänge und eine wirklich schon sehr rüstige Dame schrie durch die halbe Lagune zu ihrem mit Badekappe bestücktem Mann: "Mach mal Foddo wie ich hier liege", woraufhin der Mann zwei, drei Mal knipste und zurückschrie "Geht nimmer, Speischerkadde is voll" (den fränkischen Akzent in vollster Ausprägung.....). Wie auch immer, auch wenn viel geschrieben wird über mangelnde Sauberkeit der Lagune, ein mal sollte man es wirklich gemacht haben. Wer jedoch zu sparsam ist und nicht bereit, 33 € auszugeben, kann auf eines der unzähligen Bäder in Reykjavik ausweichen, die alle ebenfalls heiße Pools haben und im Vergleich zu Detschland sehr, sehr günstig sind (meist so 2-3 €). Lohnt sich!

Auch ein Trip zur Snaefellsnes-Halbinsel stand in der letzen Woche an, ebenfalls ein wunderbares Fleckchen in Island, das Wetter spielte mit, der Mietwagen ebenfalls und wir fuhren vorbei an malerischen Seen und Buchten, über bergige Kiesstraßen und durch eher verschlafene Orte an der Küste! Ich bin gespannt, ob das ab Juni auch noch so ruhig und z.T. einsam ist, wenn dann wirklich Island von noch mehr Touristen heimgesucht wird!

Was noch erwähnenswert ist: Am vergangenen Donnerstag war in Island offiziell Sommeranfang und ich hörte, dass jeder, der an dem Tag nicht sommerlich gekleidet durch die Gegend läuft, direkt als Tourist identifiziert wird. Ja, morgens aus dem Fenster geschaut und ca. 10 cm Neuschnee.....da lässt man die kurze Hose dann doch lieber mal im Schrank....der Feierstimmung auf den Straßen und in den Bars/Clubs am Vorabend hat das aber nicht geschadet.... Gut so! Außerdem waren am Wochenende in Island wahlen (Wahlbeteiligung bei etwa 84%, Deutschland kann sich eine Scheibe davon abschneiden) und somit ist der "Kurs EU/Europa" eher wieder abgewendet, die Isländer sehen einem EU-Beitritt skeptisch entgegen und den Euro möchten sie auch nicht - sehr pfiffiges Volk, Nordeuropäer eben!

Gut, das soll es nun erstmal gewesen sein, unten findet ihr noch einige Fotos von der Blauen Lagune, der Tour nach Snaefellsnes, Seltjarnarnes, einige andere Schnappschüsse und Schmankerl! Grüße in die gesamte Welt, vor allem heute an meine Familie, die sicherlich viel zu tun hat beim Umzug (aber ihr wolltet es ja so :P....), vielen Dank für eure Geburtstagsüberraschung, sie ist heute dann angekommen, vielen vielen vielen Dank!!! Auch an meine lieben Schwestern, ihr seid toll!

Nächste Woche geht es übrigens auf eine viertägige Tour nach Nordisland, Wasserfälle, Wale und viele andere, spannende Dinge warten auf mich!

Bis dahin,

Euer Simon *** DSC ARMINIA BIELEFELD *** SCHEIß PRXXXN MXXXR *** Blaue Lagune Blaue Lagune Blaue Lagune nackte Leiber ganz schön warm Faktory :) Vök köstlich... 11 Freunde... Stykkisholmur Borgarnes

09April
2013

Sputzenreiter, Spitzenreiter, hey....hey!

Hallo zusammen,

lange ist es her, heute gibt es mal wieder ein paar "frische Zeilen" aus Island.. Bevor ich es vergesse: SPITZENREITER, SPITZENREITER, HEY...HEY..., natürlich habe ich am letzten Samstag den Auswärtssieg beim FC Hansa im livestream verfolgen können und das Wochenende war gerettet. Danke an dieser Stelle auch noch mal an den 1.FC Saarbrücken, der ein 0:3 bei diesem Würstchenclub aus der Fahrradstadt aufgeholt hat.

Ja, Island ist soweit weiterhin toll :), über Ostern hatte ich insgesamt fünf freie Tage, ich war mittlerweile auch schon auf einer Höhlenwanderung. Dann haben wir gestern versucht, die Nordlichter zu fangen, die Vorhersage war gut, aber leider war es zu bewölkt und man konnte nichts sehen. Vielleicht habe ich im Laufe der Woche ja noch Glück, einmal hab ich sie schon in Reykjavik gesehen. Mitte April ist die letzte Zeit, wann man sie sehen kann, denn danach ist es nachts schon nach und nach nicht mehr dunkel genug.

Falls ihr mal nach Island kommt, ein Besuch im isländischen Phallusmuseum ist dann absolute Pflicht! Für nur 1000 ISK (6€) bekommt man wirklich die besten Stücke zu sehen und bei einigen Exponaten schießt einem schon mal das Blut......in den Kopf :), Fotos von den interessantesten Dingen habe ich beigefügt. Das gute Tafelsilber gehört den stattliche isländischen Handballern, die 2008 in Peking Silber holten. Definitiv lohnenswert!

Isländer sind sehr Fußballinteressiert, v.a. Fußball und Handball stehen hier hoch im Kurs. Letzte Woche habe ich dann das BVB-Hinspiel in Malaga im Bjarni Fel verfolgt, das große Viking liegt bei 5,40 €, Atmosphäre cool, Leute sehr freundlich, viele viele Bildschirme, eine absolute Empfehlung! Aprospros Fußball, im Büro haben wir einen Tischkicker, wo ich dann letzten Freitag das erste mal spielen durfte (rot gegen blau, mein "Chef" gegen mich, also Liverpool gegen DSC Arminia), leider 6:10 verloren, aber noch ist Arminia ja nicht in der Europa-League.... Weiterhin wird dann während der Arbeit auch gerne mal ein Wettbewerb gemacht, wer aus dem Stand höher über einen Stuhl springen kann, manche Menschen hüpfen auch gerne auf Schreibtische anderer Kollegen :D, es bleibt also immer spannend hier, Isländer sind herzlich, humorvoll und vor allem sehr entspannt.

Bleibt mir kaum viel weiteres zu erzählen, ich fühle mich sehr wohl hier! An dieser Stelle wieder Grüße in die weite Welt, heute besonders nach Mainz (hoffe euer Umzug ist gut verlaufen!), nach Osnabrück (herzlichen Glückwunsch zum Neffen) und nach Hamburg (wahre Liebe ist, wenn man die 11 Freunde nach Island geschickt bekommt :*)). Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr lasst es krachen - egal wo ihr seid!

 

Bis die Tage!   *** FORZA DSC***

Spazieren in Reykjavik links Wal, rechts Mann Kopf hoch, Männer Pottwal, 1,70 m, 75 kg... ... höhö Das ist Kunst IS-Handballer 2008 WM-Silber :D ...moby dick...

18März
2013

Zweitagestour Jokulsarlon und Trollgeschichten

Hallo zusammen,

nach einigen aufregenden Erlebnissen gibt es heute wieder einen kurzen Bericht und einige Fotos. Nun wohne ich endlich an der Stelle, wo ich auch bis zum Sommer bleiben werde - good for me. Wir bleiben also jetzt wieder in dem Haus vom Chef und haben hier unsere eigenen Zimmer, ein großes Wohnzimmer, Bad und sogar eine Sauna. Die Arbeit ist sowas von entspannt, wir wurden sogar schon darauf angesprochen, dass wir doch ruhig etwas weniger arbeiten können und gerne öfter touren und/oder freimachen könnten "First comes fun. After that comes working" > so weit, so gut :)

Island zeigt sich übrigens wettertechnisch von seiner besten Seite, seit Freitag habe ich hier kaum eine Wolke am Himmel gesehen, allerdings ist es gleichermaßen mit Temperaturen zwischen -8°C und 6°C auch noch recht frisch. Egal, wenn ich Deutschland sehe.....Herrje!

Nun aber zum wichtigen Teil: Am Freitag/Samstag ging es dann auf die erste größere Tour in Richtung Jokulsarlon-Gletscherlagune im Südosten Islands. Bevor ich weit ausschweife und schwärme etc. pp - wenn ihr mal nach Island kommt ist das ein absolutes MUSS!! Einfach geil, unvergleichlich und super toll! Wir fuhren mit zwei Kleinbussen an der Südküste entlang, vorbei an Bergen, Gletschern, Islandpferden und Trollen :) und ja, es ist tatsächlich so, Isländer sehen in allem Trolle. Beispiel: Ein Loch in einem Berg auf ca. 800 m Höhe ist kein Loch in einem Berg, sondern zwei Trolle, die sich küssen. Einige herabgefallene Felsen vor einem Berg sind keine Felsen, sondern ein Troll, der auf dem Rücken liegt.  So viel dazu. Es gibt viele verschiedene Wasserfälle und eins ist sicher, alle sind unterschiedlich und jeder anders schön. Der Seljalandsfoss zB stürzt aus 65 m in die Tiefe und da es noch so kalt ist, wird das ganze Spritzwasser an den Seiten zu Eis und es entstehen erstaunliche Formationen. Islandpferde dürfen auf keinen Fall "Ponys" genannt werden, denn dann werden die Pferdefarmer ganz unzufrieden, da ihre Pferde eben Pferde und keine Ponys sind. Unser Guide fing zwischendurch im Bus mal an zu singen (was er wirklich gut konnte) und als wir abends auf Nordlichter-Jagd war, zelebrierte er zusammen mit der anderen Reiseleiterin ein Duett mit "Fly me to the moon" - herrlich, diese isländische Gelassenheit. Die Gletscherlagune ist wirklich atemberaubend. Vom großen Vatnajokull (mit 8300km² größter Gletscher in Island) brechen immer wieder Eisberge in allen Größen und Formen ab, schwimmen in die Lagune und werden irgendwann über einen sehr kurzen Fluss ins Meer gespült. Die Lagune selbst sieht aus wie im Märchen, Eis in verschiedenen Farben (ja, das geht...) und überall viele Robben und Seevögel, die wegen des Fischreichtums dort leben. Noch geiler ist aber der schwarze Strand, an dem Teile des Eises wieder angespült werden! Ich sags euch, ÜBERWÄLTIGEND, wirklich! Eis, wie man es noch nie so gesehen hat. Und dann noch die Wellen, die aufprallen, ich hoffe, die Fotos bringen es rüber :). Ich habe jedenfalls erstmal alles isländische für den Arminia-Sieg in Chemnitz getan und es hat ja auch gut geklappt!

Mit den Nordlichtern wurde es zwar auf der Tour nichts, dafür aber dann gestern in Reykjavik. Normalerweise sieht man die da nicht, da es zu hell ist (wegen der ganzen Lichter), aber sie waren so stark, dass man sie direkt über unserem Haus gut erkennen konnte. Ich hoffe, ich sehe sie auch noch mal in der freien Natur, wenn sie so stark sind...

Ja, so viel zu der Tour, ich hoffe, die Schönheit des Landes kommt rüber, es ist wirklich superschön hier und ich bereue nicht eine Sekunde, mein Praxissemester hierhin gelegt zu haben, auch wenn Alkohol sehr teuer ist und die Anzahl der Tage, an denen man eine kurze Hose trägt, eher einstellig bleibt.

So weit, so gut, ich grüße wieder in die ganze Welt, hoffe, euch geht es in euren Praxissemestern gut, egal ob Sonne, Wind, Regen, Schnee oder sonst was und ihr genießt das Gefühl der Freiheit! Wenn nicht, kommt nach Island, hier habt ihr es auf jeden Fall! :)

 

Bis dahin, macht es gut, AUF-, AUF-, AUFSTEIGEN WIR!! Forza DSC

 

Simon Hekla, aktivster Vulkan Islands Südküste no horses for old lasagne Skogarfoss Skogarfoss frontal Südküste mit Schwarzsand Lavafeld weit.... Jokulsarlon hungry seal... master of the lagoon krass, oder?! ! DSC Arminia Svartifoss Lavafeld und tiefe Sonne Seljalandsfoss Aurora in Reykjavik Aurora Reykjavik Aurora Reykjavik

07März
2013

Die erste Arbeitswoche, Wetterkapriolen und fehlender Fußball

Guten Abend liebe Damen und Herren,

seit ich auf Island gelandet bin, ist nun schon eine Woche vergangen. Mir geht es gut und wir wohnen immer noch in einem Gästehaus in der Nähe des Zentrums von Reykjavik, wie es wohntechnisch weitergeht, ist offen...egal, es gibt spannenderes zu berichten.

Jeden Tag geschieht hier etwas anderes, sodass man das Gefühl hat, man ist schon ewig hier. Am Montag hatte ich meinen ersten, richtigen Arbeitstag, wir wurden abgeholt und saßen dann den ganzen Tag im Büro. Meine Hauptaufgabe im Moment besteht darin, auf der Website meines Arbeitgebers die zahlreichen Deutschen Versionen der Tourbeschreibungen zu aktualisieren, überarbeiten, neu zu gestalten oder alte Fehler zu verbessern. Das klingt vielleicht erst mal langweilig, ist es aber eigentlich gar nicht. Es gibt so viele Dinge, die angeboten werden, egal ob Vulkane, Wasserfälle, Gletschertouren, Rundfahrten, Schneemobiltouren, Whale Watching oder auch einfach eine Tour zur Blauen Lagune. Ich lerne schon was über die isländische Geschichte, über vulkanische Ursprünge und Fischdelikatessn, die man hier verspeisen kann (z.B. Hai, ich weiß nicht, ob ich mich das traue, er soll eklig stinken aber gut schmecken....naja...). Im Büro laufen etwa immer so 7-12 Mitarbeiter herum, plus uns beiden Praktikanten, d.h. die Atmosphäre ist ruhig und seeeeehr entspannt. Uns wurde gleich am ersten Tag erklärt, "that this is no jail here..." und wenn wir  Lust hätten und/oder das Wetter gut sei, einfach auch mal ein, zwei Tage frei bekommen können, ohne es groß vorher anzukündigen. Gut zu wissen :). Weiterhin werden auch die Raucherpauen oft und ausgedehnt genossen und die gemeinsame Mittagspause ist auch schön: Jemand kauft montags einfach mal für die ganze Woche ein (Obst, Gemüse, Brot, Aufstriche, Saft, Eier, wasweißich) und davon können sich dann alle mittags sattessen, heute gab es sogar eine isländische Suppe und da alle an einen Tisch passen, ist es immer nett. Auch die Feierabendzeiten werden flexibel gehalten, offiziell geht es zwar bis 17 Uhr, aber wenn man früher geht, ist das null problemo, wie der gute Alf sagen würde.

Der Bus braucht im Optimalfall genau 13 Minuten nach Hause und das passt alles sehr gut.Allerdings ist das isländische Wetter eher ein bisschen sehr verrückt. Kamen wir am 28.02. noch bei "warmen" 9°C an, so waren es am Dienstag eisige -7°C und bei Nordwind gefühlt eher so -15°C, Tendenz fallend... Arschkalt! Wir hofften also auf eine Milderung der Temperatur, welche gestern auch kam: Allerdings mit einem.....joar.....Schneesturm. So etwas habe ich in Deutschland noch nie erlebt und selbst die Isländer waren wohl überfordert. Wir zogen quasi also alles an, was wir so hatten (Fotos siehe unten) und stapften um 8 Uhr mutig zum Bus (der auch kam), allerdings beim Umsteigen in einen anderen Bus wurden wir dann irgendwann informiert, dass unsere Linie nicht mehr fuhr. Auch mit anderen Linien konnten wir nicht zur Arbeit gelangen, so also der Anruf im Büro, was wir denn machen sollen. Daraufhin die isländische Gelassenheit "Yeah, weather is A BIT crazy today, so probably just go home and play in the snow....". Nach Hause gefahren sind wir dann auch... Und setzten tatsächlich keinen Fuß mehr vor die Tür!! Unfassbar, oder auf neudeutsch: Nur Pech!

Also erhoffte ich (da es gestern die ganze Zeit nicht besser wurde) heute eine saubere Schneedecke und eine Verewigung des Derbygegners am kommenden Samstag in den isländischen Schnee. Leider machte mir heute dann das Tauwetter einen dicken Strich durch die Rechnung und alles war matschig, voller Pfützen und....natürlich Regen von oben....Dafür klappten Hin- und Rückweg zur/von der Arbeit. Sorry Danke Flanke Hanke ich wollte dir ein Foto schicken, es hat nicht sollen sein, vielleicht schaffe ich es bis Samstag noch, hol die drei Punkte und sieh zu dass die Gammeltaube vom Bielefelder Himmel geholt wird!!

Ja, was gibt es noch zuletzt?! Es geht stark aufs Wochenende zu, am Wochenende kommt dann vermutlich die erhoffte erste Tour, erstmal Island-Einsteigermäßig zwischen 8-9 Stunden in Richtung Südküste. Das wird hoffentlich spannend!

Bevor ich noch ein paar Fotos von meiner aktuellen Bleibe, dem Schneechaos gestern und meinem Freund Arminius zeige (der euch anzeigt, wo genau ich in Reykjavik wohne), will ich noch beste Grüße in die weite Welt schicken. Besonders natürlich nach Hamburg :), aber auch selbstverständlich in Richtung Halle, Bielefeld, Düsseldorf, Mainz, Darmstadt die verbliebenen Heidistaner (Haaaa-haaaa!), Kalifornien, Südspanien, natürlich an KJ nach Malta und Herrn Tapete (hab den english Pub schon gefunden, Timmey), Südafrika, alle SüdamerikanerInnen, die USA-Ladies und Gentlemen, China, natürlich auch in den nahen Osten, Australien, Neuseeland, alle die ich vergessen habe und an Herrn Kutowski, herzlichen Glückwunsch zum überzeugenden Sieg (habs verfolgt, starke Leistung!). Euch alles Liebe, Island war cool, ist cool und wird immer besser...Bis dahin, Forza DSC & F*** u Prxxx 

 

  Rumpelkammer Wohnzimmer Küche lustige Figur 2 lustige Figur 3 noch mehr Schnee Simon im Schnee Hier wohne ich in Reykjavik... 

03März
2013

Die ersten Tage auf Island

Moin von Island,

Nachdem ich am Donnerstagnachmittag gut auf Island angekommen bin, berichte ich nun kurz von den Geschehnissen an den ersten Tagen hier. Nach einem angenehmen Flug mit Icelandair landeten wir pünktlich in Keflavik, das Wetter war quasi wie in Deutschland, verregnet und wolkenverhangen, mit ca. 8°C aber doch deutlich wärmer. Wir wurden von einer netten Mitarbeiterin unseres Arbeitgebers abgeholt und in die Stadt gefahren. Unterwegs durften wir schon erste Bekanntschaften mit isländischen Supermärkten machen (Bargeld ist hier ein Fremdwort, JEDER zahlt mit Kreditkarte) und dann wurden wir in das Haus gebracht, wo wir die nächsten sechs Monate verbringen sollten - dachten wir zumindest...

Am gleichen Abend erfuhren wir aber, dass wir unsere wirkliche Unterkunft erst am nächsten Abend beziehen konnten, naja, was solls, erstmal ankommen. Wir wurden netterweise von der Frau des Chefs unseres Arbeitgebers zum Essen eingeladen und übernachteten wie gesagt dann in seinem Haus.

Am Freitag durften wir dann einen kurzen Abstecher in die Blaue Lagune machen (sind aber noch nicht reingesprungen) und anschließend ging es dann ins Büro, den Chef und die Mitarbeiter kennenlernen, alle sehr nett und die meisten so etwa in meinem Alter, sehr sympathisch... Abends sollten wir dann unsere Bleibe für die nächsten sechs Monate beziehen, allerdings war es dort nicht so wie eigentlich gedacht schön, sondern im Gegenteil eher schmutzig und nicht für eine Nacht bewohnbar, also wieder alle Sachen eingepackt und nun wohnen wir vorübergehend in einem netten guest house, wo alles sauber und ordentlich ist, wir haben eine eigene Küche und vernünftige Badezimmer.

Das Wetter zeigt sich meist von seiner unbequemen Seite, Regen oder Schnee, heute schien allerdings die Sonne und auch gestern in Reykjavik war es trocken und man konnte gut zu Fuß die Stadt erkunden. Morgen geht es dann mit der Arbeit los, ich bin schon gespannt! Und natürlich noch mehr, wann ich auf die erste Tour mit darf, das klärt sich dann hoffentlich auch noch im Laufe dieser Woche.

Ansonsten gibt es hier noch einige Besonderheiten, die nicht verschwiegen werden dürfen. Isländer sind ziemlich unordentlich, Müll wird eher nicht so getrennt und liegt auch meist überall rum, wenn man auf eine Ampel drückt, wird sie fast immer sofort grün, Alkohol ist leider sehr teuer und es gibt sehr viele Ami-Schlitten, die z.T. nicht mehr wie Autos, sondern eher wie Monster Trucks aussehen.

Demnächst dann mehr und hoffentlich auch ein paar nette Fotos!

 

Bis dann nach einem langen, anstrengenden Tag das isländische Durchschnitts